Tag des offenen Denkmals

Tag des offenen DenkmalsÜber 100 Menschen, unter ihnen auch unsere Soester Denkmalspflegerin Frau Bohnenkamp, zeigten Interesse an den geschichtlichen, malerischen und musikalischen Besonderheiten unserer St. Andreaskirche in Ostönnen. Sie wurden begrüßt vom Gemeindepastor Volker Kluft.
Der Tag des offenen Denkmals brachte in der Ostönner  St. Andreaskirche erstaunliche Erkenntnisse zu Tage:
Dr. Dirk Strohmann vom LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Denkmalsamt, Münster) berichtete zweimal in kurzen Vorträgen über die aktuellen Erkenntnisse über die figürlichen Wandmalereien aus der Entstehungszeit der romanischen Kirche.

Dr. Dirk StrohmannEntgegen der bisherigen Annahme, stammen die Malereien in der Ostwand (Teppich mit Kain und Abel) aus der Entstehungszeit des Mittelschiffes um 1170; hier handelt es sich um originale Fresken, bei denen die Farben bereits in den feuchten Putz aufgebracht wurden.  Die Malereien in der Apsis-Kalotte gehören dagegen  in die Zeit, als in Soest die Malereien mit dem Zackenstil angebracht wurden etwa 90 Jahre später.

Collage Tag des offenen DenkmalsIn der Zwischen-zeit ließ Herr Christian Michel die gotische Orgel in kundiger Art erklingen mit Stücken, die älter sind als die Orgel (z.B. Codex Fayence). Die Orgelklänge ließen das Instrument in seiner Fülle erklingen. Dankbar wurde diese musikalische Darbietung von den Besuchern aufgenommen, die hunderte von Besuchern im Laufe der Jahre viel Freude bereitet hat.
Der Freundeskreis der St. Andreaskirche versorgte die interessierten Besucher mit Kaffee und leckerem Plattenkuchen, so dass  die anstrengenden Vorträge bestens überstanden wurden.  Die eingenommenen Beträge und die dankbarer-weise gegebenen Spenden sollen die kostenträchtigen  Reinigungs- und Restaurierungsmaßnahmen  der romanischen Wandmalereien  möglich machen.
Und dann werden evtl. die gesamten Malereien mit Gomapane, einem Art Brotteig mit  Kupfersulfat und Soda, gereinigt. Auf diese Weise wurden bereits erfolgreich an beiden Darstellungen kleine Felder versuchs-weise gereinigt.

Dr. Helmut Reineke